Kraftstofftank von Biofuel Express mit Zapfsäulen auf dem Betriebsgelände eines Kunden

CO2-Ausstoß berechnen: Diesel und HVO100 Schritt für Schritt

26. Oktober 2026
16 minutes read

Kunden, Banken und größere Geschäftspartner bitten Flottenbetreiber immer häufiger um eine Zahl zu den Emissionen ihres Kraftstoffs, die sie in einem Bericht verwenden können. Die meisten CO2-Rechner im Netz liefern eine Zahl, ohne die Methode offenzulegen, und Lieferantenaussagen wie „bis zu 86 % weniger Emissionen“ lassen sich nur schwer in Ihre eigenen Tonnen übersetzen. Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie den CO2-Ausstoß berechnen – zuerst für Diesel, dann nach dem Umstieg auf HVO100 – und welche Werte Sie verwenden sollten, damit das Ergebnis einer Prüfung standhält.

Kurz zusammengefasst: Um die CO2-Emissionen eines Kraftstoffs zu berechnen, rechnen Sie Liter in Energie um, multiplizieren mit dem fossilen Basiswert von 94,1 gCO2e/MJ, rechnen in Tonnen um – und ziehen dann die Treibhausgaseinsparung des Kraftstoffs ab. Für eine Flotte mit 20 Lkw, die 600.000 Liter HVO100 pro Jahr tankt, entspricht der fossile Ausgangswert rund 1.920 Tonnen CO2e. Mit dem Beispielwert von 86 %* in unserem CO2-Rechner liegen die Lebenszyklusemissionen von HVO100 bei rund 269 Tonnen. Nutzen Sie den Rechner für eine schnelle Schätzung – und für Ihren Bericht die tatsächliche Einsparung aus Ihrem Proof of Sustainability.

Die Formel in einer Zeile

Das ist die Formel hinter dem CO2-Rechner auf unserer HVO100-Seite:

Liter ÷ 1.000 × GJ/m³ × 1.000 × 94,1 gCO2e/MJ ÷ 1.000.000 = THG-Basiswert (Tonnen CO2e)
Basiswert × THG-Einsparung (%) = THG-Einsparung (Tonnen CO2e)

In Worten: Rechnen Sie Liter in Kubikmeter um, multiplizieren Sie mit dem Energiegehalt des Kraftstoffs, um die Energie zu erhalten, multiplizieren Sie mit dem fossilen Basiswert, um zu sehen, was dieselbe Energie als fossiler Kraftstoff ausgestoßen hätte – und ziehen Sie dann die Treibhausgaseinsparung des Kraftstoffs ab.

Energie – nicht Volumen – ist die richtige Einheit, weil EU-Recht, Nachhaltigkeitsnachweise und nationale Tabellen mit Emissionsfaktoren die Treibhausgasintensität so ausdrücken. Die 94,1 gCO2e/MJ sind der EU-Basiswert für fossile Kraftstoffe (Richtlinie (EU) 2015/652 des Rates, Anhang II). Die Einsparquoten in einem Proof of Sustainability werden nach der Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED III) berechnet, die die Lebenszyklusemissionen eines Biokraftstoffs (E) mit einem fossilen Vergleichswert von 94 gCO2e/MJ vergleicht: Einsparung = (94 – E) ÷ 94 (Richtlinie (EU) 2018/2001, konsolidierte Fassung, Anhang V, Teil C, Nummer 3 und 19). Wenden Sie eine solche Einsparung auf den Basiswert von 94,1 an, verändert das das Ergebnis um etwa 0,1 % – in der Praxis vernachlässigbar.

Die vier Schritte unten füllen jeden Teil der Formel aus.

Schritt 1 – Liter in Energie umrechnen

Jeder Kraftstoff hat seinen eigenen Energiegehalt. Rechnen Sie damit Liter in Energie um, bevor Sie irgendetwas anderes tun. Die Werte, die unser Rechner verwendet:

KraftstoffEnergiegehalt (GJ/m³ = MJ/Liter)Quelle
Diesel B7 (handelsüblicher Diesel mit bis zu 7 % Biodiesel)35Drivkraft Sverige nennt 35,1 MJ/l für B7-Diesel
HVO10034Erneuerbare-Energien-Richtlinie, Anhang III
B100 Biodiesel (FAME)33Erneuerbare-Energien-Richtlinie, Anhang III
Zum Vergleich: fossiler Diesel ohne Biodiesel36Erneuerbare-Energien-Richtlinie, Anhang III

Quellen: Richtlinie (EU) 2018/2001, konsolidierte Fassung, Anhang III; Drivkraft Sverige, „Energiinnehåll, densitet och koldioxidemission, TTW och WTW“ (2025).

Beispiel: 600.000 Liter HVO100 ÷ 1.000 = 600 m³ × 34 GJ/m³ = 20.400 GJ (20,4 TJ).

Ein Hinweis aus der Praxis: Weil ein Liter HVO100 etwas weniger Energie enthält als ein Liter B7-Diesel (34 gegenüber 35 MJ), brauchen Sie für dieselbe Arbeit in der Regel rund 3 % mehr Liter. Berücksichtigen Sie das, wenn Sie künftige Mengen aus Ihrem heutigen Dieselverbrauch ableiten.

Schritt 2 – Den fossilen Basiswert berechnen

Multiplizieren Sie die Energie mit dem fossilen Basiswert von 94,1 gCO2e/MJ. Das ergibt die Lebenszyklusemissionen, die dieselbe Energie als fossiler Kraftstoff verursacht hätte – rund 3,2–3,4 kg CO2e pro Liter Diesel. Allein aus dem Auspuff stößt Diesel etwa 2,5–2,7 kg CO2 pro Liter aus. Welche Zahl Sie verwenden, hängt von der Systemgrenze ab, nach der Sie berichten:

  • Well-to-Tank (WTT): Emissionen aus Förderung, Raffination und Transport des Kraftstoffs.
  • Tank-to-Wheel (TTW): Emissionen aus der Verbrennung im Motor.
  • Well-to-Wheel (WTW): beides zusammen – die Lebenszyklusperspektive, die RED III und Proof-of-Sustainability-Dokumente verwenden.
Die Systemgrenzen Well-to-Tank, Tank-to-Wheel und Well-to-Wheel Diagramm: Well-to-Tank umfasst Herstellung und Transport des Kraftstoffs und wird beim Kraftstoffnutzer in Scope 3 berichtet. Tank-to-Wheel umfasst die Verbrennung im Motor und wird in Scope 1 berichtet. Well-to-Wheel ist die Summe aus beidem. Well-to-Tank (WTT) Herstellung und Transport des Kraftstoffs Kraftstoffnutzer: Scope 3 Tank-to-Wheel (TTW) Verbrennung im Motor Kraftstoffnutzer: Scope 1 Well-to-Wheel (WTW) = WTT + TTW Einsparungen nach RED III und Werte im Proof of Sustainability sind Well-to-Wheel-Werte (Lebenszyklus).

Veröffentlichte Referenzwerte für Diesel:

QuelleSystemgrenzeWert für Diesel
EU-Basiswert für fossile Kraftstoffe (in unserem Rechner verwendet)Lebenszyklus (WTW)94,1 gCO2e/MJ
Fossiler Vergleichswert der Erneuerbare-Energien-Richtlinie (Grundlage der Einsparquoten im PoS)Lebenszyklus (WTW)94 gCO2e/MJ
Drivkraft Sverige, auf Basis von Daten der schwedischen Energiebehörde (Diesel MK1)WTW95,1 gCO2e/MJ = 3.357 gCO2e/Liter
Drivkraft Sverige (Diesel MK1 / EN-590-Diesel)TTW2,54 / 2,66 kg CO2/Liter
Dänische Energiebehörde (Energistyrelsen), Gasöl/DieselTTW35,87 GJ/m³ × 74,1 t CO2/TJ ≈ 2,66 kg CO2/Liter

Quellen: Richtlinie (EU) 2015/652 des Rates, Anhang II; Erneuerbare-Energien-Richtlinie, Anhang V; Drivkraft Sverige, „Energiinnehåll, densitet och koldioxidemission, TTW och WTW“ (2025); Energistyrelsen, „Standardfaktorer for brændværdier og CO2-emissionsfaktorer“, Berichtsjahr 2024 (veröffentlicht für Anlagen im EU-ETS).

Für das Rechenbeispiel: 20.400 GJ × 1.000 × 94,1 gCO2e/MJ ÷ 1.000.000 = 1.920 Tonnen CO2e – der Basiswert für 600.000 Liter HVO100.

Zum Vergleich rechnet unser Rechner dieselben 600.000 Liter Diesel B7 so: 600 m³ × 35 GJ/m³ × 94,1 gCO2e/MJ = 1.976 Tonnen, abzüglich der Einsparung durch den Biodieselanteil. Der Rechner setzt B7 mit 7 % Biodiesel und einer Einsparung von 67 % an, also 7 % × 67 % = 4,69 %. Das ergibt rund 1.883 Tonnen CO2e pro Jahr mit Diesel B7.

Schritt 3 – Den richtigen Wert für HVO100 finden

Für eine schnelle Schätzung können Sie unseren Rechner verwenden – ein anschauliches Beispiel mit der Gesamteinsparung von Biofuel Express für 2025 von 86 %* für HVO100. Für Ihren Emissionsbericht verwenden Sie die tatsächliche Einsparung aus Ihrem Proof of Sustainability (PoS). Greifen Sie nur dann auf den EU-Standardwert zurück, wenn kein tatsächlicher Wert vorliegt.

RED III arbeitet mit drei Arten von Werten:

  • Tatsächlicher Wert: für die konkrete Charge mit der RED-Formel berechnet und im Rahmen eines Zertifizierungssystems wie ISCC EU verifiziert. Er steht auf dem PoS für Ihre Lieferung.
  • Typischer Wert: eine Schätzung für einen repräsentativen Herstellungsweg.
  • Standardwert: ein bewusst konservativer Wert, der anstelle der Berechnung des tatsächlichen Werts verwendet werden kann.

Den größten Unterschied macht der Rohstoff. Die typischen Einsparungen nach RED III für HVO reichen von 87 % für Altspeiseöl bis hinunter zu 34 % für Palmöl, das ohne Methanabscheidung hergestellt wurde:

Typische THG-Einsparung von HVO nach Rohstoff gemäß RED III Horizontales Balkendiagramm der typischen Treibhausgaseinsparungen von hydriertem Pflanzenöl gegenüber fossilem Kraftstoff: Altspeiseöl 87 %, tierische Fette aus der Tierkörperverwertung 83 %, Sonnenblumenöl 58 %, Sojaöl 55 %, Palmöl mit Methanabscheidung 53 %, Rapsöl 51 %, Palmöl mit offenem Abwasserbecken 34 %. Quelle: Richtlinie (EU) 2018/2001, Anhang V, Teil A. Typische THG-Einsparung von HVO nach Rohstoff (RED III) Altspeiseöl 87 % Tierische Fette (Verwertung) 83 % Sonnenblumenöl 58 % Sojaöl 55 % Palmöl (Methanabscheidung) 53 % Rapsöl 51 % Palmöl (offenes Abwasserbecken) 34 % Quelle: Richtlinie (EU) 2018/2001 (konsolidiert 16.07.2024), Anhang V, Teil A – typische Werte.

So lesen Sie den Wert auf einem Proof of Sustainability

Ein PoS nach ISCC EU nennt unter anderem die gelieferte Menge, ihren Energiegehalt in MJ, den Rohstoff, die Gesamtemissionen E in gCO2e/MJ und die daraus resultierende Einsparung gegenüber dem Vergleichswert von 94 gCO2e/MJ. Außerdem bestätigt er, dass der Kraftstoff nicht bereits auf eine nationale Verpflichtung – in Österreich die Substitutions- und Treibhausgasminderungsverpflichtung nach der Kraftstoffverordnung 2012 – angerechnet wurde.

Ein öffentlich zugängliches ISCC-EU-PoS für HVO aus Altspeiseöl nennt zum Beispiel 24,058 m³ mit einem Energiegehalt von 817.971 MJ (34 MJ pro Liter), Gesamtemissionen von 6,24 gCO2e/MJ und eine Einsparung von 93,4 % (ISCC EU PoS V3.0, veröffentlicht von der irischen Umweltbehörde EPA). Diese drei Zahlen – Energie, E und Einsparung – sind alles, was Sie für die Berechnung brauchen. Lesen Sie mehr darüber, was ein Proof of Sustainability ist und wie Sie prüfen, ob Ihr PoS gültig ist.

Beispiel für einen Proof of Sustainability von Biofuel Express mit Kraftstoffmenge, Zertifizierungssystem für HVO100 und Daten zur THG-Einsparung

Schritt 4 – Rechenbeispiel: eine Flotte mit 20 Lkw

Eine Flotte, die 600.000 Liter HVO100 pro Jahr tankt, hat einen Basiswert von rund 1.920 Tonnen CO2e. Mit dem Beispielwert von 86 %* in unserem Rechner liegen die Lebenszyklusemissionen bei rund 269 Tonnen – und in den Beispielen unten je nach zertifizierter Charge zwischen rund 127 und 1.017 Tonnen.

Verwendete Einsparung für HVO100EinsparungTHG-Einsparung (t CO2e/Jahr)Lebenszyklusemissionen HVO100 (t CO2e/Jahr)
Rechner von Biofuel Express, Beispielwert (Gesamtwert 2025)*86 %1.919,6 × 86 % = 1.6511.919,6 × 14 % = 269
Tatsächlicher PoS-Wert (Beispiel, Altspeiseöl)93,4 %1.793127
Typischer Wert nach RED III (Altspeiseöl)87 %1.670250
Standardwert nach RED III (Raps)47 %9021.017
Zum Vergleich: 600.000 Liter Diesel B74,69 %–1.883

Basiswert: 600.000 l ÷ 1.000 × 34 GJ/m³ × 1.000 × 94,1 gCO2e/MJ ÷ 1.000.000 = 1.919,6 t CO2e. Einsparungen: CO2-Rechner von Biofuel Express; ISCC-EU-PoS-Beispiel; Erneuerbare-Energien-Richtlinie, Anhang V, Teil A. Auf ganze Tonnen gerundet.

Jährliche Lebenszyklusemissionen einer Flotte mit 20 Lkw mit Diesel B7 und HVO100 Säulendiagramm in Tonnen CO2e pro Jahr für 600.000 Liter: Diesel B7 1.883; HVO100 mit der Standardeinsparung nach RED III für Raps 1.017; HVO100 mit dem Beispielwert des Rechners von 86 Prozent 269; HVO100 mit der typischen Einsparung nach RED III für Altspeiseöl 250; HVO100 mit einer tatsächlichen Einsparung aus einem Proof of Sustainability für Altspeiseöl 127. Berechnet mit der Rechnerformel von Biofuel Express und einem fossilen Basiswert von 94,1 gCO2e/MJ. Tonnen CO2e pro Jahr – 600.000 Liter 1.883 Diesel B7 (Rechner) 1.017 HVO100 Standard, Raps 269 HVO100 Rechnerbeispiel 250 HVO100 typisch, Altöl 127 HVO100 PoS-Bsp., Altöl Quellen: CO2-Rechner von Biofuel Express; Erneuerbare-Energien-Richtlinie, Anhang V (EUR-Lex); ISCC EU PoS (irische EPA).

Die Kernaussage: Der Name an der Zapfsäule sagt für sich genommen wenig. Rohstoff und zertifizierter Wert entscheiden darüber, ob Ihre Einsparung eher bei 47 % oder bei 93 % liegt. Deshalb taugt ein Rechnerbeispiel gut für eine erste Schätzung – in Ihren Bericht gehört aber Ihr Proof of Sustainability. Die schwedische Energiebehörde sagt dasselbe über ihren eigenen Marktdurchschnitt für HVO100 von 16,0 gCO2e/MJ für 2024: Die Werte einzelner Lieferungen schwanken je nach Rohstoff und Herstellungsverfahren (Drivkraft Sverige 2025).

Warum die Einsparung schwankt – und wie sie 100 % übersteigen kann

Die Einsparung schwankt, weil die Emissionen jeder Charge von Rohstoff und Herstellungsweg abhängen. Sie kann 100 % übersteigen, weil die RED-Formel zertifizierte Emissionseinsparungen – sogenannte Gutschriften – von den Emissionen der Charge abzieht.

RED III berechnet die Gesamtemissionen eines Biokraftstoffs so:

E = eec + el + ep + etd + eu – esca – eccs – eccr

  • eec – Gewinnung oder Anbau der Rohstoffe
  • el – annualisierte Emissionen aus Landnutzungsänderungen
  • ep – Verarbeitung
  • etd – Transport und Vertrieb
  • eu – der Kraftstoff bei der Nutzung (für Biokraftstoffe mit null angesetzt)
  • esca – Einsparung durch Kohlenstoffanreicherung im Boden infolge besserer landwirtschaftlicher Bewirtschaftung
  • eccs – Einsparung durch CO2-Abscheidung und geologische Speicherung
  • eccr – Einsparung durch CO2-Abscheidung und -Ersetzung

Quelle: Richtlinie (EU) 2018/2001, konsolidierte Fassung, Anhang V, Teil C, Nummer 1.

Abfälle und Reststoffe wie Altspeiseöl werden bis zu ihrer Sammlung mit null Lebenszyklusemissionen angesetzt (Anhang V, Teil C, Nummer 18), deshalb schneiden sie am besten ab. Und wenn die drei Gutschriften größer sind als die Emissionsterme, wird E negativ – und ein negatives E ergibt eine Einsparung von über 100 %. Eine Einsparung von 121 % entspricht zum Beispiel E ≈ –19,7 gCO2e/MJ, denn (94 + 19,7) ÷ 94 ≈ 1,21.

Genau das steckt hinter der Spanne von Biofuel Express. HVO100 von Biofuel Express bietet bis zu 86 % weniger Treibhausgasemissionen im Vergleich zu fossilem Diesel*, bei zertifizierten Lieferungen zwischen 57 % und 121 %. Das obere Ende stammt aus Chargen, bei denen zertifizierte Gutschriften die Emissionen aus Herstellung und Transport übersteigen. Lesen Sie auch, wie die Wahl der Rohstoffe den Fußabdruck von HVO100 beeinflusst.

Scope 1 oder Lebenszyklus: So berichten Sie HVO100 richtig

Nach dem GHG Protocol ist das CO2 aus der Verbrennung von HVO100 biogen und wird separat als Memo-Position berichtet – außerhalb von Scope 1, 2 und 3. Methan (CH4) und Lachgas (N2O) aus der Verbrennung gehören weiterhin zu Scope 1, die Emissionen aus der Herstellung des Kraftstoffs zu Scope 3 (GHG Protocol, Calculation Tools FAQ).

Daraus ergibt sich eine typische Falle. Im Rechenbeispiel:

  • Scope-1-Perspektive: Aus dem Auspuff stößt Diesel etwa 2,5–2,7 kg fossiles CO2 pro Liter aus (Drivkraft Sverige; Energistyrelsen). Nach dem Umstieg sinkt das fossile CO2 in Scope 1 auf null, übrig bleibt nur der kleine Anteil CH4 und N2O – das sieht aus wie eine Einsparung von fast 100 %.
  • Lebenszyklusperspektive: Mit dem Beispielwert des Rechners von 86 %* liegen die Lebenszyklusemissionen bei rund 269 Tonnen CO2e gegenüber einem fossilen Basiswert von rund 1.920 Tonnen.

Beide Zahlen sind richtig, beantworten aber unterschiedliche Fragen. Wenn Sie den Rückgang in Scope 1 als „unsere Einsparung“ berichten, überschätzen Sie die Wirkung und lassen die vorgelagerten Emissionen des Kraftstoffs in Ihrer Bilanz weg. Berichten Sie die Veränderung in Scope 1 unter Scope 1, die vorgelagerten Emissionen unter Scope 3 und das biogene CO2 als Memo-Position – und verwenden Sie den Lebenszykluswert, wenn Sie die Wirkung des Umstiegs beschreiben. Unser Leitfaden zu Scope-1-, 2- und 3-Emissionen erklärt den vollständigen Rahmen, und der Beitrag Wie die CSRD-Anforderung der doppelten Wesentlichkeit Unternehmen betrifft – große wie kleine erklärt, warum Kunden ihre Transportpartner nach diesen Daten fragen.

Fünf Fehler, die Emissionszahlen für Kraftstoffe verzerren

  1. Falscher Energiegehalt. Jeder Kraftstoff hat seinen eigenen Energiegehalt – Diesel B7 35, HVO100 34 und B100 33 GJ/m³. Wenden Sie den Energiegehalt oder einen Emissionsfaktor pro Liter des einen Kraftstoffs auf einen anderen an, wird das Ergebnis verzerrt.
  2. Der Rückgang in Scope 1 wird als Gesamteinsparung dargestellt. Wie oben gezeigt, kann Scope 1 auf fast null sinken, während die Einsparung über den Lebenszyklus geringer ist.
  3. Vermischte Systemgrenzen. Vergleichen Sie einen Lebenszykluswert (WTW) für Diesel mit einem Auspuffwert (TTW) für HVO100 – oder umgekehrt –, ist das Ergebnis bedeutungslos. Verwenden Sie für beide Kraftstoffe dieselbe Systemgrenze.
  4. Ein Durchschnittswert wird verwendet, obwohl es einen Wert für die Charge gibt – ohne dass das offengelegt wird. Ein PoS-Wert schlägt einen Standardwert, und ein Standardwert schlägt einen nationalen Durchschnitt. Geben Sie immer Methode, Quelle und Datenjahr an.
  5. Doppelzählung. Ein PoS bestätigt, dass der Kraftstoff nicht bereits auf eine nationale Verpflichtung wie jene nach der österreichischen Kraftstoffverordnung angerechnet wurde. Rechnen Sie keine Minderungen ein, die separat weiterverkauft wurden, und denken Sie daran, dass ein Emissionsfaktor von null für Biokraftstoffe nur mit Nachweis über die Erfüllung der Nachhaltigkeitskriterien gilt (Energistyrelsen).

Lassen Sie die Daten zu sich kommen

Diese Berechnung für jede Lieferung von Hand durchzuführen, kostet Zeit. Biofuel Express Insight zeigt die CO2e pro Lieferung auf Basis der Daten aus dem Proof of Sustainability der Lieferung, mit voller Rückverfolgbarkeit und herunterladbaren Berichten – die Methode aus diesem Leitfaden, automatisch auf Ihren eigenen Kraftstoff angewendet. Erfahren Sie mehr über HVO100 von Biofuel Express oder über den Kraftstoff selbst in unserem Leitfaden zu HVO100, und kontaktieren Sie uns, um Insight mit den Daten Ihrer eigenen Flotte zu sehen.

FAQ

Wie viel CO2 stößt 1 Liter Diesel aus?

Aus dem Auspuff rund 2,5–2,7 kg CO2 pro Liter: Drivkraft Sverige nennt 2,54 kg für schwedischen MK1-Diesel und 2,66 kg für EN-590-Diesel, die Faktoren der dänischen Energiebehörde ergeben rund 2,66 kg. Über den gesamten Lebenszyklus betrachtet sind es rund 3,36 kg CO2e pro Liter (3.357 g, Drivkraft Sverige).

Wie berechne ich den CO2-Ausstoß eines Lkw pro km?

Multiplizieren Sie den Verbrauch in Litern pro Kilometer mit dem Emissionsfaktor pro Liter. Bei einem angenommenen Verbrauch von 30 Litern Diesel pro 100 km (0,30 l/km) sind das rund 0,30 × 2,66 ≈ 0,8 kg CO2 pro km aus dem Auspuff oder 0,30 × 3,357 ≈ 1,0 kg CO2e pro km über den Lebenszyklus. Setzen Sie für Ihre Flotte den tatsächlichen Verbrauch aus Ihren Tankdaten ein.

Stößt HVO100 bei der Verbrennung CO2 aus?

Ja. Bei der Verbrennung von HVO100 wird CO2 freigesetzt, es ist aber biogen – es stammt aus Biomasse und nicht aus fossilem Kohlenstoff. Nach dem GHG Protocol wird es separat als Memo-Position berichtet und nicht in Scope 1, während CH4 und N2O aus der Verbrennung in Scope 1 bleiben.

Zählt HVO100 zu Scope 1 oder Scope 3?

Zu beiden. CH4 und N2O aus der Verbrennung sind Scope 1, die Emissionen aus Herstellung und Transport des Kraftstoffs sind Scope 3, und das biogene CO2 wird separat berichtet.

Welche Einsparung sollte ich für HVO100 verwenden?

Für eine schnelle Schätzung den Beispielwert in unserem CO2-Rechner (86 %*, der Gesamtwert für 2025). Für Ihren Emissionsbericht die tatsächliche Einsparung aus Ihrem Proof of Sustainability. Liegt keiner vor, den Standardwert nach RED III für den Rohstoff. Geben Sie immer an, welchen Wert, welche Quelle und welches Datenjahr Sie verwendet haben.

Wie funktioniert der CO2-Rechner von Biofuel Express?

Er verwendet die Formel aus diesem Leitfaden: Liter ÷ 1.000 × Energiegehalt (GJ/m³) × 1.000 × 94,1 gCO2e/MJ ÷ 1.000.000, multipliziert mit der THG-Einsparung des Kraftstoffs. Er rechnet mit 35 GJ/m³ und einer Einsparung von 4,69 % für Diesel B7, 34 GJ/m³ und 86 %* für HVO100 (Gesamtwert für 2025) sowie 33 GJ/m³ und 67 % für B100. Sie finden ihn auf unserer HVO100-Seite.

Warum sagt Biofuel Express „bis zu 86 %“?

Weil die Einsparung von Charge zu Charge mit dem Rohstoff schwankt. 86 % ist der Gesamtwert für 2025, die tatsächlichen Lieferungen lagen zwischen 57 % und 121 %.* Der Rechner verwendet diesen Wert als anschauliches Beispiel. Das Ergebnis zeigt also ein Beispiel und nicht Ihre tatsächliche Einsparung – diese steht auf dem Proof of Sustainability für Ihre Lieferungen.

Fazit

  • Rechnen Sie Liter zuerst mit dem jeweiligen Energiegehalt in Energie um.
  • Multiplizieren Sie mit dem fossilen Basiswert von 94,1 gCO2e/MJ und ziehen Sie dann die THG-Einsparung des Kraftstoffs ab.
  • Nutzen Sie unseren Rechner für eine schnelle Schätzung – und für Ihren Bericht die tatsächliche Einsparung aus Ihrem Proof of Sustainability.
  • Berichten Sie Scope 1, Scope 3 und biogenes CO2 getrennt – und beschreiben Sie die Wirkung des Umstiegs mit dem Lebenszykluswert.

Möchten Sie die Zahlen für sich berechnen lassen? Sprechen Sie mit uns über Biofuel Express Insight.

* Basierend auf verifizierten Lieferdaten für 2025. Die tatsächliche Reduktion pro Lieferung variiert zwischen 57 % und 121 % je nach Rohstoffzusammensetzung und zertifizierter Charge. Berechnet nach der Well-to-Wheel-Lebenszyklusmethodik der RED III mit ISCC-zertifizierter Massenbilanz-Allokation. Proof-of-Sustainability-Dokumentation (PoS) auf Anfrage verfügbar.

Quellen

  1. Biofuel Express – CO2-Rechner auf der HVO100-Seite: Formel und Eingabewerte (Energiegehalt, Basiswert 94,1 gCO2e/MJ, Einsparung für HVO100 = Gesamtwert 2025, als anschauliches Beispiel verwendet).
  2. EU – Richtlinie (EU) 2015/652 des Rates, Anhang II: Basiswert für Kraftstoffe von 94,1 gCO2eq/MJ.
  3. EU – Richtlinie (EU) 2018/2001 zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen, konsolidierte Fassung vom 16.07.2024 (einschließlich der Änderungen durch RED III): Anhang III (Energiegehalt), Anhang V Teil A (typische Werte und Standardwerte), Teil C (Berechnungsregeln, Vergleichswert 94 gCO2e/MJ) und Teil D (disaggregierte und Gesamtwerte).
  4. Drivkraft Sverige – Energiinnehåll, densitet och koldioxidemission, TTW och WTW (2025). Werte für Biokraftstoffe aus der Berichtsstatistik der schwedischen Energiebehörde für den Markt 2024.
  5. Energistyrelsen (Dänemark) – Standardfaktorer for brændværdier og CO2-emissionsfaktorer til brug for rapporteringsåret 2024.
  6. ISCC EU – Proof of Sustainability for Biofuels, Bioliquids and Biomass Fuels V3.0, Beispieldokument, veröffentlicht von der irischen Umweltbehörde EPA.
  7. GHG Protocol – Calculation Tools FAQ: Berichterstattung über CO2, CH4 und N2O aus der Verbrennung von Biomasse.
  8. Biofuel Express – verifizierte Lieferdaten für HVO100 für 2025 (siehe Fußnote).

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